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Im Oktober stand eine Reise an den Bieler See an, um Fotos für die "15 Ausdrucksformen des Taiji Qigong" zu machen. Warum zum Bieler See? Weil ein weiter Hintergrund für diese Art Fotos nötig ist und nach dem Wetterbericht sollte es am Bieler See leicht bewölkt und sonnig sein.

Doch dann kam es anderes als gedacht. Ersten war es nicht sonnig, sondern über dem See hing eine schwere graue Wolke wie angenagelt und dann entwickelte sich das Thema Qigong zu einem Thema der Zeit. Am Ende eines langen Landungsstegs, der weit hinaus in den See ragte, fand sich der optimale Platz und irgendwie lief es dann doch ganz gut, weil die Sonne für wenige Minuten die Wolkendecke durchbrach.

Landungssteg Maya Stebler Rafaela Schmakowski 15Ausdrucksformen

Und dass es ein wenig anderes kam als gedacht fing damit an, dass mir an der Schiffsanlegestelle eine interessante Konstruktion auffiel: eine Achterschlaufe am Boden, daneben der Mittagsmeridian und eine Beschreibung der Sonnenbahn im Jahreslauf: Das war ja ein Analemma!

Ich war begeistert, denn Qigong und Zeit, das sind die beiden Themenbereiche, die mich seit langem faszinieren und an diesem Tag am Bieler See stimmten sie vollkommen überein.

Analemma - Beschreibung der Sonnenbahn im Jahreslauf Analemma - Achterschlaufe und Mittagsmeridian Trage den Ball nach links und rechts Zwei Ringe umfassen den Mond Zwei Ringe umfassen den Mond 2

Auch in den "15 Ausdrucksformen" gibt es drei Formen, die eine Verbindung zur Zeit haben, zur Sonne und zum Mond, mit denen die Zeit vom Himmel auf die Erde kommt: "Trage den Ball nach links und rechts" (der Ball ist die Sonne) und auch "Teile die Wolken und halte den Mond" und "Zwei Ringe umfassen den Mond".

Zuerst war es das Analemma am Seeufer gewesen, das mein Augenmerk auf die Zeit richtete, und auf dem Fussweg zurück in die Stadt war es eine Informationssäule, die dem Begründer der Swatch Group, Nicolas G. Hayek, gewidmet war.

Nicolas G. Hayek - Park - Strassenschild Nicolas G. Hayek - Infosäule

Und schon wieder ging es um die Zeit, in diesem Fall um eine preisgünstige Armbanduhr. Nicolas G. Hayek hatte in der Mitte der 80er Jahre die Uhrenindustrie in und um Biel/Bienne aus einer schweren wirtschaftlichen Talsohle gerettet, die von den billigen Produkten aus China und Japan verursacht worden war.

Bei Wikipedia heißt es unter "Biel/Bienne" dazu: "Biel ist vor Le Locle, Gretchen und La Chaux-de-Fonds das wichtigste Zentrum der Uhrenindustrie der Schweiz und wird unter anderem aufgrund des Hauptsitzes der Swatch Group und des Produktionsbetriebes von Rolex als Uhrenweltmetropole bezeichnet."

Am Ende dieser Reise fügten sich die Wandbilder aus dem Jugendstil, die im Wartesaal des Bieler Bahnhofs zu sehen sind, wunderbar in den Themenbereich der Zeit ein, sowohl der "Tanz der Stunden" als auch die "Vier Jahreszeiten" und natürlich auch der "Reigen des Lebens".

der stundentanz les saisons die lebens stufen
der stundentanz die jahreszeiten die lebens stufen

In Biel scheint es ganz offensichtlich um die Zeit zu gehen und das seit uralter Zeit. Vielleicht wird es bei der Besiedlung vor Jahrtausenden genau darum gegangen sein. Das lässt sich aus der Lage von Biel zum nahe gelegenen Blechen-Dreieck schließen, von dort konnte der genaue Zeitpunkt der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen bestimmt werden.

stadt biel sInteressant finde ich auch die Vermutung, dass der Ursprungsname für Biel mit den Bölchen zu tun haben könnte, mit den Hügeln (Bühl), in diesem Fall mit den Belchen. Die Position dieser drei Berge gehörte im ursprünglich keltischen Kulturraum zu einem Landschaftskalender, mit dessen Hilfe die Jahreslauf von Sonne und Mond bestimmt werden konnte.

Zudem verehrten die Kelten die Sonnengöttin Bil oder Bĕlĕna, die weibliche Entsprechung des Sonnengottes Belenus, was auch zur Namensgebung der Stadt beigetragen haben könnte, denn diese beiden keltischen Gottheiten werden nicht nur der Sonne, sondern auch den Quellen und dem Wasser zugeordnet.